Umformverfahren

Umformen bezeichnet Fertigungsverfahren, die Metallen oder thermoplastischen Kunststoffen eine andere Form verleihen. Dazu wird ein urgeformtes Vormaterial, das bedeutet ein in der Erstform bestehender fester Körper, in vorgefertigte Rohmaterialformen, auch Halbzeug genannt, umgeformt. Dieser Prozess wird auch als erste Verarbeitungsstufe bezeichnet. Umformen existiert aber auch in der zweiten Verarbeitungsstufe, was bedeutet, dass aus den vorgefertigten Rohmaterialformen Werkstücke erzeugt werden. Das Volumen, die Masse und der Zusammenhalt des ursprünglichen Körpers verändern sich dabei allerdings nicht. Die meisten Werkstoffe werden in Bleche, Drähte oder anderen Profilen wie Stäben oder Knüppel weiterverarbeitet. Dies geschieht durch angelegte Spannungen, welche dafür sorgen, dass die Bestandteile des Metalls, die Kristallite, in Bewegung kommen, wandern und sich deshalb neu anordnen.
Die verschiedenen Umformverfahren sind nach ihrer Spannung eingeteilt. Es gibt folgende Gruppen: Druckumformen, Zugdruckumformen, Zugumformen, Biegeumformen, Schubumformen.
Zum Druckumformen gehören Walzen, Freiformen, Gesenkformen, Eindrücken und Durchdrücken. Beim Walzen wird das Material zwischen zwei und zwanzig rotierenden Werkzeugen, welche auch Walzen genannt werden, umgeformt. Beim Freiformen werden zum Beispiel Münzen oder Blechteile geprägt.
Zum Zugdruckumformen zählen Durchziehen, Tiefziehen, Drücken, Kragenziehen, Knickbauchen, Innenhochdruck- Weitstauchen. Beim Durchziehen werden zum Beispiel Draht, Rohre oder Profile gezogen.
Zum Verfahren des Zugumformens zählt man Längen, Weiten, Tiefen von KFZ-Schildern und Werkzeugloses Drahtziehen.
Beim Biegeumformen wird zwischen drei Arten unterschieden. Die erste ist das Biegeumformen mit geradliniger Werkzeugbewegung. Darunter fallen Freies Biegen, Gesenkbiegen, Gleitziehbiegen, Rollbiegen und knickbiegen. Die zweite Variante nennt sich Biegeumformen mit drehender Werkzeugbewegung. Dazu gehören Walzbiegen, Schwenkbiegen, Rundbiegen und Umlaufbiegen. Die dritte und letzte Art heißt Biegen mit Wirkenergie.
Zu der letzten Gruppe, dem Schubumformen, zählen Verdrehen von Geländerstäben. Verschieben und Durchsetzen.
Wird durch die angelegte Spannung die Schubfestigkeit oder Trennfestigkeit des Stoffes erreicht wird, kommt es zu Schiebungs- oder Trennungsbrüchen. Doch mit Hilfe von verschiedenen Programmen werden Probleme bei den einzelnen Umformverfahren gesucht und somit kann man Fehler zum Beispiel im Bezug auf Sicherheit und Robustheit von Bauteilen vermeiden.

Weitere Informationen zum Thema Stanzen und Biegen finden Sie auf unserem Infoportal. Zusätzlich finden Sie Informationen zum Thema Tiefziehen und alles was damit zusammen hängt auf unserem Tiefzieh Infoportal.